Bacharach

Rheinland-Pfalz, Kreis Mainz-Bingen, VG Rhein-Nah, 2600 E., 80 m

  


Das "Alte Haus"
Das alte Weinstädtchen mit mittelalterlichem Flair umfaßt auch die Stadtteile Henschhausen, Medenscheid, Neurath und Steeg und war ursprünglich ein römisches Heiligtum für den Gott Bacchus: "Baccaracum" (keltisch) oder "Bacchi ara" (lateinisch) bedeuten "Altar des Bacchus". 1356 wurden Bacharach die Stadtrechte verliehen.
1314 und 1408 quartierten sich viele Könige und Kaiser hier während der Fürstenversammlungen ein. Von der Stadtbefestigung aus dem
14. Jahrhundert sind noch die Ringmauer, die zwischen Zollhof und Münzturm begehbar ist, und mehrere Türme erhalten.
Altes Haus, Amtskellerei, Haus Sickingen, Zehnthaus, Posthof und kurpfälzische Münze sind ebenfalls sehenswert. Bacharachs Wahrzeichen ist die hochgotische Wernerkapelle aus dem 13. Jahrhundert.
1337 wurde ihr Chor geweiht, doch den Bau der Kapelle führte man erst 1428 fort. Im Dreißigjährigen Krieg und 1689 wurde das Gebäude stark zerstört. Die früher vielbesuchte Wallfahrtskirche "Wernerkapelle" zählt auch heute noch in ihrem heutigen Zustand als Ruine zu den schönsten Schöpfungen gotischer Architektur der ganzen Rheinlandschaft.
Im Zusammenhang mit der Kapelle gibt es eine grausige mittelalterliche Legende:
In der Nähe von Bacharach fand man die übel zugerichtete Leiche eines Knaben mit dem Namen Werner. Die Leiche habe keinen Verwesungsgeruch ausgeströmt, sondern zarten Veilchenduft. Auch sei der Fundort des zerschundenen Knabenkörpers von hellem Lichtschien überstrahlt gewesen und er wurde nicht von wilden Tieren angefallen. So die Legende. Die Bevölkerung baute zu Ehren des Knaben über sein Grab eine Kapelle, die heutige Wernerkapelle. Der Bau erstreckte sich über einen Zeitraum von etwa 150 Jahren (ca. 1287 - 1430).

Das Alte Haus ist eines der bekanntesten mittelalterlichen Fachwerkhäusern am Rhein. Von vielen Rheindichtern besungen, wurde es auch in einigen Filmen Ort der Handlung. Robert Stolz hatte 1932 eine Operette mit dem Titel: "Wenn die kleinen Veilchen blühn" komponiert. Schauplatz dieser Operette war sein Stammlokal, das Alte Haus.


Blick auf Bacharach, über der Stadt
thront die Burg Stahleck.
Das "Haus Sickingen" wurde 1420 von dem Rheinschiffer Ackermann als Bleibe gebaut. Heute existiert nur noch der Unterbau aus Stein. Der Fachwerk-Oberbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Haus befand sich lange im Besitz der Familie des Reichsritters Franz von Sickingen und erhielt schließlich deren Namen. Das Haus Sickingen wurde noch im Ständerbaustil gebaut: Die senkrechten Balken bestehen jeweils aus einem einzigen Stamm. In diesen Stämmen hat man einkerbungen geschnitzt, in welche die waagerecht verlaufenden Balken gelegt wurden. Ebenfalls bekannt ist das 1585 erbaute "Haus Utsch". Im 18. Jahrhundert residierte in dem mittelalterlichen Fachwerkhaus Friedrich Wilhelm Utsch, auch bekannt als "der Jäger aus Kurpfalz". Die Verse des bekannten Volksliedes "Der Jäger aus Kurpfalz" schrieb sein Hausgeistlicher in dankbarer Erinnerung.
Die Bauzeit des heute als Posthof bekannten Gebäudes liegt im 16. Jahrhundert. Nachdem er sich zeitweilig in kurpfälzischem Besitz befunden hatte, begann 1724 mit der Errichtung einer Thurn- und Taxischen Postverwaltung die Postgeschichte des Gebäudes. Noch bis 1987 hatte hier das Bacharacher Postamt seinen Sitz. Im Posthof, dem Herzen von Bacharach, pulsierte schon im 19. Jahrhundert das Leben.
Der europäische Hochadel gab sich hier ein Stelldichein. Und auch heute ist der Posthof Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Bacharach.
Die Pfarrkirche Sankt Nikolaus ist Bestandteil eines 1688 an der Stelle der alten Zollstation errichteten früheren Kapuzinerklosters und beherbergt eine durch Gerhard von Kügelgen gefertigte gute Kopie der "Maria Magdalena" von Correggio. Außerdem gibt es noch schöne Barockaltäre zu sehen.
Die Pfarrkirche St. Peter (11.- 14. Jahrhundert) enthält Grabdenkmäler und erwähnenswerte mittelalterliche, romanische und gotische Stilelemente.
Über der Stadt thront Burg Stahleck, welche erstmals 1135 in Verbindung mit dem Burgherrn Goswin von Stahleck erwähnt wurde. Bis 1253 gehörte die Burg den Pfalzgrafen und im Dreißigjährigen Krieg sowie 1689 zerstört wurde. Der Wiederaufbau des Palas fand 1931 statt.
Lohnenswert ist der Besuch der Schloßruine Fürstenberg und der Rheinanlagen ebenso wie der vielleicht etwas mühsame Weg zum Postenturm. Von hier aus hat man einen einmaligen Panoramablick über Bacharach, die "heimliche Hauptstadt der Rheinromantik". "Der Posten" bezeichnet auch eine sehr bekannte Weinlage. Von dieser Stelle aus haben schon viele Maler Bacharach in Bildern festgehalten.

  Historische Ansichten

Ausführlicher Text über Bacharach

Info Adresse:

Rhein-Nahe Touristik
Besucherzentrum
Oberstr.: 45
55422 Bacharach
Tel.: (0 67 43) 919303
Fax: (0 67 43) 919304  

  Jährliche Feste:

  • Weinblütenfest in Bacharach-Steeg (3. Juni-Wochenende)
  • Kulinarische Sommernacht in Bacharach (4. August- Wochenende)
  • Weinlesefest (1. Oktoberwochenende). Es ist das älteste Weinfest am Rhein.

Informationen:
Prospekte anfordern

Touristikbetriebe in Bacharach:
Hotels, Gaststätten, Pensionen und Winzerbetriebe

  
  
zur Übersichtskartezur Ortsliste
www.moselreise.de  |  www.eifelreise.de  |  www.hunsrueck-nahereise.de