Hammerstein

Rheinland-Pfalz, Kreis Neuwied, 500 E., 65 m

  


Königliche Kapelle aus dem 11. Jh.
Das rechtsrheinische, aus den Ortsteilen Nieder- und Oberhammerstein bestehende Dorf machte schon im 10. Jahrhundert beim Bau der ersten rheinländischen Spornburg Geschichte.
Die Ruine Hammerstein war auf einem 196 m hohen Felskegel errichtet worden und Graf Otto hatte sich mit Irmgard vermählt. Kaiser Heinrich II. versuchte, diese Heirat rückgängig zu machen, da das Paar im Sinne der Kirchenordnung zu nahe miteinander verwandt war und ließ den Ehebund 1018 auflösen. Otto und Irmgard unterwarfen sich zwar, zogen kurz darauf aber wieder zusammen. Der Graf plante sogar einen Racheakt gegen Erzbischof Erkenbald von Mainz, da dieser federführend bei der Anklage gegen ihn und seine Frau gewesen war. Kaiser Heinrich reagierte schnell und ließ Burg Hammerstein drei Monate lang belagern, bis Irmgard und Otto sich ergaben.
Während Erkenbalds Nachfolger Aribo 1023 das Urteil erneut für gültig erklärte und Otto sich unterwarf, zog Irmgard vor den Papst und der Kaiser verhinderte schließlich eine weitere Diskussion über die Geschichte.
Kaiser Heinrich IV. nutzte die Burg 1071 zur Sicherung des Rheinzolls, doch schon 1105 musste er sich hier samt Reichsinsignien vor seinem Sohn verstecken.
Bis 1374 war Hammerstein Reichsburg. Von der ursprünglichen Befestigung ist nur noch ein Rundturm vorhanden. Die zwei Meter dicke Ringmauer ist kaum noch erhalten. Im Dreißigjährigen Krieg folgte ein mehrfacher Eigentümerwechsel und im 17./18. Jahrhundert wurde die Burg endgültig geschliffen. Nur ein Merianstich von 1646 erinnert noch an die einstige
Pracht der Burg mit den sieben Türmen und fünf Meter starken Mauern.
Sehenswert ist die dreijochige romanische Basilika St. Georg (12. Jahrhundert), deren Erweiterungen aus dem 15./16. Jahrhundert stammen. Sie enthält schöne Netzgewölbe aus dem 17. Jahrhundert, ein Altargemälde von J. Zick und ein interessantes Bildnis des heiligen Georgs. Die im Jahr 1050 gegossenen Glocken gelten als die ältesten des Mittelrheins.
Der Burgmannshof (16. Jahrhundert) erinnert an die Vergangenheit Hammersteins, das im 14. Jahrhundert die Stadtrechte erhielt und dessen Burggrafen das "Recht der kleinen Münze" besaßen.

          Ergänzende Texte zu Hammerstein

Info Adresse:

Gemeindeverwaltung
Kapellenstr. 5
56598 Hammerstein
Tel.: (0 26 35) 42 05
Fax: (0 26 35) 92 17 27

  Jährliche Feste:

  • 25.2. Kanevalszug
  • 25.- 27.8. Winzerfest

Informationen:
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