Ingelheim

Rheinland-Pfalz, Kreis Mainz-Bingen, 26.000 E., 120 m

  



Mauern der Wehranlage um die Burgkirche

Der 2000jährige Rotweinort ist heute außer Wein- auch Obst- und Spargelanbaugebiet und liegt zwischen Bingen und Mainz auf der linken Rheinseite. Ursprünglich stand dort eine römische Siedlung.
774 kam Karl der Große nach Ingelheim und ließ zur Zeit der Reichsversammlung von 788 hier eine Kaiserpfalz ("villa regia") erbauen, die sein Sohn 817 vollendete. Wichtige Reichstage fanden in der Pfalz statt sowie Turniere usw.
Ihre Blütezeit erlebte die "villa regia" in den Jahren 936 - 1043, als sie Residenz der Sachsenkaiser war. 1005 wurde Heinrich IV. entthront. 1163 besuchte Friedrich Barbarossa die Pfalz und ließ sie zur Festung und Gedenkstätte an Karl den Großen ausbauen. Im 14. Jahrhundert stiftete Karl IV. ein Kloster und 1460 und 1504 belagerten Dieter von Isenburg und Landgraf Wilhelm II. von Hessen die Wehrburg.
Beide wurden abgewiesen. Erst die Fanzosen zerstörten 1689 die Festung.
Sehnswert sind die erhaltenen Reste der Kaiserpfalz: die Teile einer römischen Wasserleitung und eines karolingischen Bades. Außerdem existiert die Saalkirche, 997 als Palastkapelle erstmals genannt, deren
Überbleibsel bei der evangelischen Pfarrkirche zu finden sind. Chor und ornamentaler und figürlicher Schmuck stammen aus Barbarossas Zeit. Der karolingische Reichsaal "aula regia" und der äußere Mauerring mit Eckturm "Bolander" und "Heidesheimer Tor" sind ebenfalls zu besichtigen.


Von der Aussichtsplattform bietet sich
ein Überblick über die "aula regio"
und die ganze Kaiserpfalz
Die barocke Pfarrkirche, die ab 1739 errichtet wurde, besitzt einen romanischen Turm, dessen drei untere Etagen im 12. Jahrhundert gebaut wurden und daher den schlichten Stil dieser Zeit aufweisen. Die darüberliegenden Geschosse haben Giebelfenster und weisen mehr architektonische Formen auf als der Unterbau.
Interessant ist das "Historische und Zoologische Museum", in dem Funde aus karolingischer Zeit, ein Modell der Kaiserpfalz sowie die Sammlung des in Ingelheim geborenen Afrikaforschers Carlo von Erlanger präsentiert werden.
Weiterhin sind noch mittelalterliche Wehranlagen, die Burgkirche, Freilichtbühne und der 5 m hohe Obelisk "Napoleonsäule" zu sehen. Der "Bismarckturm" ist 205 m über Süd-Ingelheim gelegen.
In Ober-Ingelheim befand sich im 14. / 15. Jahrhundert das kaiserliche Berufungsgericht (Oberhof). Ortsbild und – befestigung sind sehenswert. In der evangelischen Pfarrkirche existieren noch der doppelte Mauerring des Wehrkirchhofes, der als Fluchtburg diente, sowie Zinnenbewehrungen und Wachhäuser des Kirchturms (12. Jahrhundert). Erst nach 1400 wurde die Kirche mit einem Chor etc. ausgebaut. Die Grabdenkmäler des Hans von Ingelheim (gest. 1480) und des Wilhelm von Ochenheim (gest. 1465) sind ebenfalls interessant.
In Ingelheim bestehen Bademöglichkeiten in Hallenfreibad und Rheinstrandbad. Minigolf, Tennis, Paddeln, Rudern, Angeln, Segeln und Reiten können ausgeübt werden.
Ingelheim ist bekannt für seinen weltberühmten Ingelheimer Spätburgunder, der auf einer Rebanbaufläche von 260 ha angebaut wird. Die Rebanbaufläche von Weißwein beträgt ca. 400 ha. Am größte Anbaufläche hat der Obstanbau mit 2.000 ha und prägt somit die Ingelheimer Landwirtschaft. Zu den größten Sauerkirschenmärkte Europas zählt der Ingelheimer Obstgroßmarkt (VOG). Im milden Klima der Region gedeiht der Spagel auf etwa 120 ha besonders gut.

        Ergänzende Texte zu Ingelheim

Info Adresse:

Stadtinformation
Ingelheim am Rhein
Neuer Markt 1
55218 Ingelheim am Rhein  
Tel.: (0 61 32) 78 2-2 16
Fax: (0 61 32) 78 2-1 34


  Jährliche Feste:

  • Hafenfest (letztes Juniwochenende)
  • Rotweinfest
    (letztes Septemberwochenende bis 1. Oktoberwochenende)
  • Internationale Tage
    (jedes Jahr im Mai, z.B. Französische Tage...).
  • Wochenmarkt jeden Samstagvormittag
  • Weihnachtsmarkt im Dezember

Informationen:
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