|
Kaub
|
|
|
Rheinland-Pfalz, Rhein-Lahn-Kreis, 2000 E., 80 m, 233 ha Weinbaufläche |
|
![]() Blick auf Kaub und Burg Gutenfels |
Das mittelalterliche Weinstädtchen mit der größten Weinbaufläche am Mittelrhein liegt rechts des Stromes und war früher Hauptsitz des rheinischen Schieferbergbaus. Blücher und "Elslein von Kaub" haben hier Geschichte geschrieben. In der Mitte des Flusses befindet sich die stolze "Pfalz" auf einer kleinen Insel. Dass der Ort schon früher besiedelt war, belegen Grabfunde, die der La-Tène-Zeit um 500 v. Chr. und dem 3. Jahrhundert n. Chr. zugeschrieben werden. Kaub wurde erstmals urkundlich als "Cuba villula" 983 erwähnt und von Kaiser Otto II auf dem "Reichstag zu Verona" dem Mainzer Erzbischof Willigis teilweise übergeben. Der Name "Cuba" erlaubt verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Für die Herkunft von dem keltischen "Cabi" mit der Bedeutung "Kleines Haus" spricht der frühe Grabfund. Auch der Ursprung im lateinischen "cubare"=lagern ist sowohl Hinblick auf einen eventuellen römischen Vorposten, als auch auf die Kauber Schieferlager nicht von der Hand zu weisen, zumal die Römer beim Bau der Saalburg Kauber Schiefer verwandten. Die Legendenbildung hat sich eine dritte Möglichkeit |
| zu eigen gemacht und leitet den Ortsnamen von Cupa(vini)=(Wein)Kufe ab, denn der hl. Theonest soll nach seiner Steinigung in einer durchlöcherten Kufe den Rhein hinabgetrieben sein und von hiesigen Anwohnern gerettet worden sein. Mit der im frühen 13. Jahrhundert errichteten Burg war ein erträglicher Rheinzoll verbunden, der von seinem Besitzer häufig verpfändet wurde. Burg und Zoll kamen kurz vor 1257 an die Herren von Falkenstein, die diesen Besitz für 2300 Mark Aachener Denare im Jahre 1277 an die Pfalz verkauften. | |
|
|
1289 erwarb Ludwig II. von der Pfalz auch noch die restlichen Rechte der Falkensteiner inklusive der Güter zu Kaub. So zählte Kaub seit 1277 zu den pfälzischen Erblanden und wurde mit diesen durch den Teilungsvertrag von Pavia im Jahre 1329 entgültig aus der Gemeinschaft mit Bayern getrennt. Es entstand ein kleines pfälzisches Amt mit Kaub als Mittelpunkt. Im Jahre 1324 verlieh Ludwig von Bayern Kaub die Stadtrechte, verbunden mit den gleichen Freiheiten wie Boppard sie besaß. Außerdem ließ er ab etwa 1326 zur Sicherheit des Zolls und besseren Überwachung der Rheinschifffahrt einen Zollturm auf der Rheinau bauen, der nach der Erweiterung als "Pfalzgrafenstein" zu Kaubs Wahrzeichen wurde. Während der bayrisch-pfälzischen Erbfolgekriege wurde die Burg "Gutenfels" 1504 neununddreißig Tage lang belagert. Ihr Name stammt von der "guten" Verteidigung ab, die die Übernahme durch die Angreifer vereitelte. "Elslein von Kaub", die mutige Geschützgießertochter, war daran im Besonderen beteiligt. Ein leichtsinnig entfachtes Lagerfeuer griff 1635 auf das "Städteviertel" über und legte unter anderem das Rathaus, die Schule und das Pfarrhaus in Schutt und Asche. |
|
|
|
![]() Blücher-Denkmal |
Nach Kriegsende gab es in Kaub nur noch 66 Wohnhäuser und 198 Einwohner. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges blieben für fast 100 Jahre spürbar. Napoleon ließ Gutenfels 1807 zum Abbruch versteigern und in der Neujahrsnacht 1813 / 1814 setze Blücher zur Vertreibung der Franzosen mit dem gesamten Heer unbemerkt an der Pfalz über den Rhein. Sehens wert in Kaub sind außer dem mittelalterlichen Stadtbild (insbesondere Marktplatz und Metzgergasse), die Kirche aus dem 12. Jahrhundert und der Hochweg über die Stadtmauer, der bei Hochwasser den Gang zu den Häusern, die unmittelbar an die Mauer anschließen, erleichtern soll. Das Blüchermuseum, Adolfstürmchen und den Innenhof des kurpfälzischen Amtshauses sollte man ebenfalls besichtigen. Das Blücherdenkmal und der Pfalzgrafenstein sind die Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt Kaub geworden. Sportarten wie Angeln und Schwimmen sind möglich. (Es gibt ein Waldschwimmbad und ein beheiztes Freibad.) |
|
Im Jahre 1504 war es, als sich die Tochter eines Geschützgießermeisters in den Gesellen verliebt hatte und deswegen von dem strengen Vater des Hauses verwiesen wurde. Auch der Geselle zog in die Welt hinaus und kehrte als Meister zurück, gerade in der Zeit, als Kaub belagert wurde und es in der Stadt an Kanonen mangelte, da der alte Meister den rechten Guß nicht verstand. Hier sprang nun der ehemalige Gießergeselle helfend ein und versöhnte so den Meister. |
|
| Ergänzende Texte zu Kaub | |
|
Info Adresse: |
Jährliche Feste:
|
|
Informationen: |
Touristikbetriebe in Kaub: |
| www.moselreise.de | www.eifelreise.de | www.hunsrueck-nahereise.de | |