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Oberwesel
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Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis, 4650 E., 70 m |
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![]() Teile der Stadtmauer sind begehbar. Blick auf zwei der sechzehn erhaltenen Wehrtürme. |
Der Beiname "Stadt der Türme und des Weines" passt sehr gut zu dem von mittelalterlichen Bauten geprägten Ort. Linksrheinisch gelegen, befindet sich Oberwesel gegenüber der Loreley und nahe den "Sieben Jungfrauen", Hungersteinen, an denen schon so manches Schiff zerschellt ist. Zur Stadt gehören die Ortsteile Dellhofen, Urbar, Engehöll und Langscheid. Oberwesel ist ein Teil der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel. Da der Name keltischen Ursprunges ist ist anzunehmen, dass sich die Kelten 400 vor Chr. in Oberwesel ansiedelten. Dann richteten sich die Römer ca. 12 v. Chr. in "Volsolvia eine Militärstation ein und schon vor 966 wurde die Stadt urkundlich erwähnt. Als die Franken im 5. Jahrhundert das Mittelrheingebiet in Besitz nahmen, machten sie aus der römischen Fiskale "Vosolvia" einen Königshof namens "Vesalia"/"Wesile" zu der Verwaltung des Königslandes. 966 wurde dem Erzbistum Magdeburg von Kaiser Otto I. der Amtsbezirk Wesel mit Leibeigenen und Rechten geschenkt. Damals hieß Wesel noch Civitatem Wisilia. Wesel aus dieser Zugehörigkeit zu lösen gelang im Jahre 1166 Friedrich I.. 1216 allerdings gab der Kaiser Friedrich II. die Stadt mitsamt der Burg wieder dem Erzbistum Magdeburg, bis sie 1220 gegen eine Bezahlung von 2.000 Mark Silber wieder an das Reich zurückkamen. Bereits 1262 besaß eines der ältesten Franziskanerklöster in Deutschland, das Minoritenkloster eine der bedeutendsten Lateinschulen. |
| Die zwei Kollegialstifte, Liebfrauen und St. Martin, deren Kirchen im 14. Jahrhundert erbaut wurden, gelten als kunsthistorische Kostbarkeiten, mit ihren Altären, Epitaphien und Geläuten, von europäischen Rang. Im Jahre 1398 wurde die Stadt ein Jahr lang von Wener von Falkenstein, wegen eines Aufstandes belagert und mit Feuergeschützen beschossen. Der Krieg ist auch bekannt unter dem Namen "Weseler Krieg". Von 1166 bis 1309 war sie Freie Reichsstadt, doch 1639 zerstörten die Schweden sie und 1689 die Franzosen. Heute ist die altdeutsche Weinbau- und Weinhandelsstadt Fremdenverkehrsort. |
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![]() Blick von der Schönburg auf die Stadt |
Die Stifts- oder Liebfrauenkirche von 1331 hat einen 74 m hohen Turm und ist vollständig aus rotem Sandstein im gotischen Stil erbaut. Innen sind besonders der schöne Hochaltar (1331) und der herrliche Lettner sowie Grabdenkmäler, Wandbilder, die Orgel mit stolzen 2788 Pfeifen, die Grablegungsgruppe und das Sakramentshäuschen zu erwähnen. Die ebenfalls gotische St.-Martins-Kirche (1303) liegt oberhalb der Stadt und besitzt einen mächtigen Glockenturm, der ursprünglich Teil der Stadtbefestigung war. Ihr barocker Hochaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert und es gibt ein gotisches Sakramentshäuschen zu besichtigen. Sehenswert ist die "Kreuzabnahme" von Diepenbeck (nach Rubens) und eine mittelalterliche Holzschnitzerei: "Geburt Christi". An der Rheinseite auf der Stadtmauer befindet sich die Wernerkapelle, die um 1300 errichtet wurde. Weiterhin kann man dort auch den Chor einer 1689 zerstörten Kirche anschauen. Ebenfalls 1689 stark beschädigt wurde die Schönburg aus dem 10. Jahrhundert, von deren Ruine die drei Türme gut sichtbar in den Himmel ragen. Ehemals im Besitz der Grafen von Stahleck, wurde sie von Friedrich I. "Barbarossa" 1166 einem seiner Beamten als Reichslehen |
| überschrieben. Die Familie des Beamten benannte sich nach der Burg und behielt das Gebäude bis zur Zerstörung. Heute befinden sich ein Hotel und die internationale Jugendburg darin. Neben dem mittelalterlich anmutenden Rathaus von 1842 lässt sich noch die Ruine des Minoritenklosters mit den eingebauten Wohnhäusern besichtigen. Der Ochsenturm gehört zur früheren Stadtbefestigung, steht auf römischen Fundamenten und ist einer der 18 Wach- und Verteidigungstürme der Stadtmauer. Trotz vieler Verluste, durch Feuerbrünste (1802/1836/1850), den Durchbruch der Liebfrauen-/Rathaus-/Koblenzer Straße (1828-1830) und den Eisenbahnbau (1857-1859), ist Oberwesel noch heute ein lebendiges Zeugnis des Mittelalters, mit seinen Kirchen, der Klosteruine und der gut erhaltenen Stadtumwehrung mit 16 Wehrtürmen. Seit 2006 steht in Oberwesel das Denkmal der Oberweseler Bürger für ihre Jüdischen Nachbarn. |
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| Ergänzende Texte zu Oberwesel | |
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Info Adresse: |
Jährliche Feste:
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Touristikbetriebe in Oberwesel: |
| www.moselreise.de | www.eifelreise.de | www.hunsrueck-nahereise.de | |