Rheinbreitbach

Rheinland-Pfalz, Kreis Neuwied, 4000 E., 80 m


Textfassung aus "Der romantische Rhein" von Thomas Krämer, © Rhein-Mosel-Verlag
Rheinbreitbach: Rheinbreitbacher Hof, Kirche (14. Jh.), Ruine einer Wasserburg, Obere Burg (20. Jh.)


Rheinbreitbach, das Fenster zum Siebengebirge, kann literaturgeschichtlich ebenfalls glänzen. Mit Namen wie Freiligrath natürlich, den Gebrüdern Grimm, Josef Winckler (1881–1966), Verfasser des Tollen Bomberg und dem deutschnationalen, ehemaligen Bestsellerautor Rudolf Herzog, geboren 1869 in Wuppertal-Barmen, gestorben 1943 in Rheinbreitbach, der 1907 die Obere Burg bezog.
Reste eines fränkischen Gräberfeldes aus der Zeit um 600 fanden sich in der Ortslage, die erste sichere Erwähnung Rheinbreitbachs stammt aber aus dem 10. Jahrhundert. In einer Urkunde schenkt Kaiser Otto I. dem Aachener Marienstift den Ort. Jahrhundertelang, bis zur Stilllegung der Grube im Jahre 1886, wurde hier am Virneberg Kupfererz abgebaut. Sehenswert sind das alte Weinlokal Rheinbreitbacher Hof, die gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert und die verfallene Wasserburg der Grafen von Breitbach östlich davon. Die Obere Burg ist heute im Besitz der Gemeinde und bietet reizvolle, kulturelle Veranstaltungen.
Von Bad Honnef/ Menzenberg über Rheinbreitbach und Scheuren nach Unkel führt der Literarische Simrock-Freiligrath-Weg, eine schöne Wanderung, die mit 6 Kilometern Länge niemanden überfordert.