Unkel

Rheinland-Pfalz, Kreis Neuwied, 3600 E., 53 m


Textfassung aus "Der romantische Rhein" von Thomas Krämer, © Rhein-Mosel-Verlag
Auf einen Blick: Wasserburg Vilszelt (11./18. Jh.) Pfarrkirche St. Pantaleon (13.–20. Jh.), Fachwerkbauten, Herrenhäuser (18. Jh.) Befestigungsanlagen und Gefängnisturm (16. Jh.), Wohnhaus Freiligraths (18. Jh.), Rheinpromenade.

Unkel hat keine Probleme mit dem Verkehrsfluss, es liegt ruhig abseits der Bundesstraße und will entdeckt werden. Zwei berühmte Bewohner hatte es: Freiligrath, der hier 1839 sein Herz für den Rhein entdeckte, und Willy Brandt. Und wenn man durch den Ort schlendert, kann man verstehen, was die beiden hier faszinierte.
Unkel wurde 886 erstmals in Geschäftsbüchern der Abtei Prüm genannt. Im 11. Jahrhundert wurde Richeza, Tochter des Pfalzgrafen, Ortsherrin. 1055 verschenkte sie den Zehnthof und 1057 ihre übrigen Besitzungen an den Domkustos und das Stift Maria ad Gradus in Köln. Im Jahre 1265 kaufte der Erzbischof von Köln auch den Besitz der Grafen von Sayn in Unkel auf und machte den Ort zur befestigten Landstadt. Die barocke Stadtmauer stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Sehenswert ist die Wasserburg Vilszelt im Stadtteil Heister. Ursprünglich ein Bau des 11. Jahrhunderts, wurde der heutige Bau im 18. Jahrhundert errichtet. Die Pfarrkirche St. Pantaleon stammt aus dem 13. Jahrhundert, 1502 wurde das Schiff zur Hallenkirche ausgebaut und Netzgewölbe eingefügt, während die Netz- und Kreuzgewölbe der Nordseite und die nördliche Sakristei 1903 entstanden. Die südliche Sakristei stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Glockenstube aus dem 17. Jahrhundert. Die Ausstattung ist beachtenswert. Insbesondere der hausförmige Reliquienschrein aus dem 15. Jahrhundert, die barocken Plastiken der Vierzehn Nothelfer von 1728/29, der romanische Taufstein und die Reste des Hochaltars von 1400 sind herrlich. Interessant sind gleichfalls die pittoresken Fachwerkbauten der Stadt und die Herrenhäuser des 18. Jahrhunderts, die Befestigungsanlagen und der Gefängnisturm von 1553 sowie das Wohnhaus Freiligraths von 1760 an der Rheinfront. Die verkehrsfreie Rheinpromenade ist ein Genuss.