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Geisenheim




Wo die Südhänge des Taunus zum Rhein ein fruchtbares, altes Kulturland bilden, liegt zwischen Wiesbaden und dem Binger Loch der Rheingau mit einer Kette reizvoller Dörfer und Städte.



Geisenheim wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt und ist somit der früheste bekannte Ort des Rheingaus. Zu ihm gehören die Stadtteile Johannisberg und Marienthal. Seinen Zweitnamen »Lindenstadt« erhielt Geisenheim von der uralten Tanz- und Gerichtslinde, deren Doppelkrone noch heute vor dem Rathaus aufragt und die schon 1585 schriftlich genannt wurde.

Sehenswert ist das Schloss der Grafen Schönborn, auch Stockheimer Hof, einst ein Lieblingsplatz des Mainzer Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn, der Leibniz, den großen Mathematiker, hierher einlud. 1550 erbaut, enthält es noch Täfelungen und Türen des 17. Jahrhunderts. 1647 fanden in Schloss Schönborn Vorverhandlungen zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges statt.

Ein markantes Monument ist der »Rheingauer Dom«, schon 1146 in Urkunden genannt, 1500–1520 neu errichtet und 1836–1838 von Philipp Hoffmann in der heutigen Form gestaltet. (Von ihm stammt auch der Neubau des oberhalb gelegenen Klosters Marienthal.) Die Hallenkirche enthält schöne Netzgewölbe und Altäre, Chor und Kanzel wurden um 1750 gefertigt. Weiterhin sind noch die »Muttergottes auf der Mondsichel« aus dem 17. Jahrhundert und der Dreikönigsaltar von 1480 erwähnenswert sowie die Altartafel, wohl eines Mainzer Meisters, um 1500 geschaffen.

Adelssitze und Parks des 16. bis 18. Jahrhunderts prägen das Ortsbild. 1872 wurde hier die »Forschungsanstalt und Fachhochschule für Wein-, Obst- und Gartenbau« gegründet.

Im Stadtteil Johannisberg liegt das gleichnamige Schloss, von dem man eine schöne Aussicht auf die Umgebung hat.

1106 gründete Erzbischof Ruthard von Mainz hier ein Kloster, welches 1132 zu einer Benediktinerabtei wurde. 1563 wurde es aus Geldmangel aufgehoben und 1716 an die Abtei Fulda verkauft. Diese erbaute 1725 das Schloss, das während der Säkularisation 1802 an Nassau-Oranien überging und 1805 von Napoleon an den Marschall Kellermann, Duc de Valmy, verschenkt wurde. Friedrich Wilhelm III. von Preußen wollte es 1814 Blücher vermachen, doch der Kaiser von Österreich kam ihm zuvor und schenkte es 1816 Fürst Metternich als Lehen, heute befindet es sich im Besitz der Nachkommen Metternichs. Wie man liest, geht der »Zehnt« noch immer an das Haus Habsburg. 1942 zerstört, entstand es ab 1954 in heutiger Form wieder. Die modern umgestaltete Kirche St. Johannes der Täufer enthält noch ein paar Zeugen der großen Vergangenheit.
 Die Geisenheimer Linde am Marktplatz ist etwa 700 Jahre alt. Hier trafen im Mittelalter Gemeinden und Schöffen zu Rats- und Gerichtsversammlungen.

Heute findet unter ihrer Krone alljährlich ein traditionelles Lindenfest statt. Gegenüber befindet sich das 1856 errichtete Rathaus mit repräsentativer Freitreppe und halboffener Bogenhalle. Die nicht gerade unbekannte Weinhändlerfamilie Mumm erbaute sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Geisenheim eine Villa und ist auch für eine weitere, künstliche Ruine verantwortlich: Burg Schwarzenstein entstand 1874.



Weltoffen zeigt sich Geisenheim in seiner Vielzahl von Städtepartnerschaften, die von aktiven und lebendigen Partnerschafts- und Fördervereinen getragen werden, so sind die Partnerschaften mit Chauvigny/Frankreich (1970) und Trino/Italien (1974) sowie Szerencs/Ungarn (1990) Ausdruck von völkerverbindenden Aktivitäten.

 

(Text aus »Der romantische Rhein« von Thomas Krämer, ©Rhein-Mosel-Verlag)

 

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